Studie SOS Berlin

Bebauungs- und Machbarkeitsstudie SOS-Kinderdorf Berlin
Bildungs- und Begegnungszentrum, Lehrter Straße 66, 2013

Bauherr: SOS Kinderdorf e.V.

Bauaufgabe:
Der SOS-Kinderdorf e.V. plant am Standort Berlin eine neue, teilweise integrative Einrichtung im Sozialraum Berlin-Moabit. An einem städtebaulich markanten Punkt (Ecke Lehrter Str.-Seydlitzstr.) wird ein SOS-Bildungs- und Begegnungszentrum realisiert. Die Themen „transparent – leicht – markant – einladend“ sollen den Entwurfsgedanken leiten. Nachfolgende Nutzungen (Ausbildungsrestaurant, SOS-Infozentrum, Tagesbetreuung für Kinder, Beratungszentrum, Gästezimmer, Seminar- und Tagungsbereich) müssen im Gebäude Platz finden und sinnvolle Beziehungen sowohl intern als auch mit der Öffentlichkeit (z.B. Restaurant Rossi) eingehen. Die Nutzungen Tagung und Übernachtung werden integrativ betrieben, eine Barrierefreiheit ist im gesamten Gebäude zu berücksichtigen.

Städtebau und Konzept:
Das Bildungs- und Begegnungszentrum von SOS-Kinderdorf liegt an einer städtebaulich exponierten Lage in direkter Nähe zum Lehrter Bahnhof und zu der angrenzenden Freizeit- und Sportnutzung vom Poststadiongelände. Der Neubau setzt an dieser Stelle einen klaren Akzent durch einen prägnanten und eigenständigen Baukörper, der zugleich in seiner Ausformung auf seinen Inhalt verweist: transparente Zonen signalisieren Offenheit, Auskragungen und Blickfenster vernetzen das Gebäude mit der Umgebung – das Begegnungszentrum wirkt einladend auf einen vielfältigen Nutzerkreis.

Zuwegung und Erschließung:
Die Erschließung erfolgt südlich von der Seydlitzstrasse über den baulich markierten Eingangsbereich, das Restaurant ROSSI öffnet sich angrenzend zum westlichen, neu gestalteten Platzbereich. Durch die transparente Gestaltung werden physische und psychische Schwellen vermieden, eine offene Bespielung von Innen- und Außenflächen mit Aufenthaltszonen und Möblierung ist vorgesehen. Die Parkierung erfolgt abgesetzt über die nördliche Lehrter Straße, ebenso die Waren- bzw. Küchenanlieferung.

Gestaltung und Gliederung:
Das städtebauliche Volumen wird horizontal gegliedert durch die Schichtung und Zusammenfassung von Funktionen – das Gebäude wird dadurch mit seinen verschiedenen Inhalten ablesbar. Eine transparente Sockelzone schafft Durchlässigkeit und läßt den Baukörper leicht und einladend erscheinen. Durch die sog. Stadtfenster tritt das Gebäude nach außen in Wechselwirkung mit dem Außenraum, es entsteht ein Dialog mit der Umgebung. Durch Materialwahl, Fassadengestaltung und Proportionen läßt sich eine Verwandtschaft zum Stadtteilzentrum Waldstraße ablesen, SOS Kinderdorf wird zum einprägsamen und wiedererkennbaren Markenzeichen.

Funktion und Organisation:
Im Erdgeschoss befindet sich das Restaurant Rossi angrenzend zum Eingang mit Information. Über einen Luftraum ist die Ebene mit Ausbildung und Schulung angebunden, Blickbezüge und Kommunikation sind gegeben. Der Verwaltungsbereich bildet einen funktionalen Puffer zu dem darüberliegenden Bereich der Tagung mit separierten Gästezimmern. Während die Ebenen des Gastes Rückzugsmöglichkeiten bieten, sind die Tagungszonen offen und kommunikativ gestaltet, der große Tagungssaal bietet dabei multifunktionale Veranstaltungsmöglichkeiten.

Flexibilität und Erweiterbarkeit:
Die Grundrissstruktur insbesondere auch des Verwaltungs- und Schulungsbereiches ist Flexibel gestaltet und bietet Flächenreserven, die auf zukünftige Entwicklungen reagieren können. Durch den Lichthof sind im Untergeschoss zusätzliche, flexibel nutzbare Räume zu realisieren, weitere Bedarfsflächen könnten sich mit einer möglichen Unterkellerung der Platzfläche ergeben.

Aussenanlagen:
Die öffentlichen Platzflächen sind mit großformatigen Betonplatten vorgesehen sowie einer festen Platzmöblierung mit integrierter Beleuchtung. Der angrenzende Freibereich für die BAZinis ist als Rasenfläche mit Spielmöbeln eingeplant. Die nördliche Parkierung ist mit Rasenfugen weitestgehend entsiegelt und stellt eine unauffällige Ergänzung der öffentlichen Erschließung dar. Der Lichthof vom Untergeschoss dient als Regenerationsfläche mit Schilf- und Bambuspflanzung, ein Zen-Garten für konzentriertes Arbeiten und Ausgleichsfläche für die hohe Versiegelung.